Cyberkriminalität erkennen und vermeiden

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Wenn eine Nachricht zu gut klingt, um wahr zu sein...

„Herzlichen Glückwunsch! Du hast 1.000 Diamanten für dein Lieblingsspiel gewonnen.“ oder „Dein Account wird in 24 Stunden gesperrt. Klicke hier, um ihn zu sichern.“

Solche Nachrichten begegnen vielen Menschen im Internet. Sie kommen per E-Mail, SMS, Messenger oder über soziale Netzwerke. Manche sehen offensichtlich verdächtig aus. Andere wirken täuschend echt. Genau darauf setzen Cyberkriminelle: Sie versuchen, Menschen zu täuschen, damit diese persönliche Daten preisgeben, Geld überweisen oder auf schädliche Links klicken. Die gute Nachricht: Wer die häufigsten Methoden kennt, kann viele Betrugsversuche erkennen und sich wirksam schützen.

Was ist Cyberkriminalität?

Von Cyberkriminalität spricht man, wenn digitale Geräte, Netzwerke oder Online-Dienste genutzt werden, um Menschen oder Organisationen zu schädigen.

Das kann unterschiedlich aussehen:

  • Zugangsdaten werden gestohlen.
  • Accounts werden übernommen.
  • Geräte werden mit Schadsoftware infiziert.
  • Persönliche Daten werden missbraucht.
  • Geld wird erschlichen oder gestohlen.

Cyberkriminalität betrifft nicht nur Unternehmen oder Behörden. Jede Person kann ins Visier von Betrügerinnen und Betrügern geraten – etwa über Gaming-Plattformen, soziale Netzwerke oder Messenger-Dienste.

„Mich trifft das sowieso nicht“ – ein gefährlicher Irrtum

Viele Menschen glauben, ihre Daten seien für Kriminelle uninteressant. Doch oft geht es gar nicht darum, eine bestimmte Person anzugreifen. Viele Betrugsversuche werden massenhaft verschickt. Die Täterinnen und Täter hoffen einfach, dass irgendjemand darauf hereinfällt.

Vielleicht denkst du:

  • „Ich habe kein großes Vermögen.“
  • „Ich bin nicht berühmt.“
  • „Meine Daten sind doch langweilig.“

Für Kriminelle können aber schon E-Mail-Adressen, Passwörter, Telefonnummern oder Zugangsdaten zu Spielen interessant sein. Manchmal werden solche Daten verkauft, manchmal für weitere Betrugsversuche genutzt.

Phishing: Wenn Betrügerinnen und Betrüger nach deinen Daten angeln.

Eine der häufigsten Methoden der Cyberkriminalität ist Phishing. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern „Password“ und „Fishing“ zusammen. Gemeint ist das „Angeln“ nach Passwörtern und anderen persönlichen Daten.

Dabei erhalten Betroffene beispielsweise

  • E-Mails,
  • SMS,
  • Messenger-Nachrichten,
  • Nachrichten in sozialen Netzwerken.

Die Nachricht enthält meist eine der folgenden Aufforderungen:

  • Passwort bestätigen
  • Kontodaten aktualisieren
  • Gewinn abholen
  • Sicherheitsproblem lösen

Wer den Anweisungen folgt, landet häufig auf einer gefälschten Webseite und gibt dort ungewollt persönliche Daten preis.

 

Infografik mit dem Titel „Daran erkennst du verdächtige Nachrichten“. Sie nennt typische Warnzeichen für Phishing- oder Betrugsnachrichten: Sie erzeugen Zeitdruck, drohen mit einer Sperrung, versprechen unrealistische Gewinne, fordern persönliche Daten an, enthalten Rechtschreib- oder Grammatikfehler, verwenden auffällige Absenderadressen oder treffen unerwartet ein. Ein Hinweis am unteren Rand erklärt, dass ein einzelnes Merkmal nicht automatisch auf Betrug hindeutet, mehrere Warnzeichen zusammen jedoch Anlass zu besonderer Vorsicht geben. Oben rechts ergänzt eine Illustration eines Briefumschlags mit Warnsymbol und Lupe die Sicherheitsbotschaft.
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Smishing, Vishing und Quishing – Phishing hat viele Gesichter.

Cyberkriminelle nutzen heute längst nicht mehr nur E-Mails.

Smishing – Beim Smishing erfolgt der Betrugsversuch per SMS. Beispielsweise erhältst du eine Nachricht, dass ein Paket nicht zugestellt werden konnte oder eine Rechnung offen sei.

Vishing – Beim Vishing versuchen Betrügerinnen und Betrüger telefonisch an Informationen zu gelangen. Sie geben sich zum Beispiel als Mitarbeitende eines Unternehmens oder einer Behörde aus.

Quishing – Quishing nutzt QR-Codes. Statt auf einen normalen Link zu klicken, wirst du über einen QR-Code auf eine gefälschte Webseite weitergeleitet. Gerade QR-Codes wirken oft vertrauenswürdig. Deshalb lohnt es sich, genau hinzusehen, bevor du einen unbekannten Code scannst.

Schadsoftware: Die Gefahr im Hintergrund

Nicht jede Bedrohung beginnt mit einer Nachricht. Manchmal versteckt sich die Gefahr direkt in einer Datei, einer App oder einem Download. Fachleute sprechen dann von Schadsoftware oder Malware. Das sind Programme, die auf einem Gerät Schaden anrichten oder Daten ausspionieren sollen.

Zu den häufigsten Arten gehören:

Spyware – Spyware sammelt Informationen über die Nutzerinnen und Nutzer eines Geräts. Je nach Art der Schadsoftware können sogar Kamera, Mikrofon oder Standortdaten betroffen sein.

Infostealer – Diese Programme haben ein klares Ziel: Sie sammeln Zugangsdaten, Passwörter und andere persönliche Informationen.

Ransomware – Ransomware sperrt Geräte oder verschlüsselt Dateien. Anschließend wird Geld verlangt, um den Zugriff wieder freizugeben.

Banking-Trojaner – Diese Schadsoftware versucht, an Daten für Online-Banking oder andere Bezahldienste zu gelangen.

Infografik mit dem Titel „So gelangt Schadsoftware auf Geräte“. Sie erklärt, dass Schadsoftware häufig über unbekannte Downloads, E-Mail-Anhänge, gefälschte Apps, manipulierte Webseiten sowie angebliche Cheats, Mods oder Premium-Versionen von Spielen verbreitet wird. Rechts zeigt eine Illustration eines Laptops mit Warnsymbol und Lupe sowie Symbole für Downloads, E-Mails, Internet und Schadsoftware. Unten wird empfohlen, Apps und Programme ausschließlich aus vertrauenswürdigen Quellen herunterzuladen.
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Identitätsdiebstahl: Wenn jemand vorgibt, du zu sein.

Eine besonders unangenehme Form der Cyberkriminalität ist der Identitätsdiebstahl. Dabei verschaffen sich Kriminelle Zugang zu persönlichen Daten oder Accounts und geben sich anschließend als eine andere Person aus.

Die Folgen können unterschiedlich sein:

  • Nachrichten werden in deinem Namen verschickt.
  • Freundinnen und Freunde werden getäuscht.
  • Bestellungen werden aufgegeben.
  • Kosten entstehen.
  • Dein Ruf wird beschädigt.

Oft beginnt Identitätsdiebstahl mit gestohlenen Zugangsdaten. Deshalb sind sichere Passwörter und ein guter Accountschutz so wichtig.

Was tun, wenn du auf einen Betrugsversuch hereingefallen bist?

Niemand ist perfekt. Auch vorsichtige Menschen können auf eine gut gemachte Betrugsmasche hereinfallen. Wichtig ist, schnell zu handeln.

  1. Ruhe bewahren

Panik hilft nicht weiter. Überlege zuerst, was genau passiert ist.

  1. Passwort ändern

Wenn du Zugangsdaten eingegeben hast, ändere das Passwort sofort.

  1. Weitere Accounts prüfen

Nutzt du dasselbe Passwort noch an anderen Stellen, solltest du es dort ebenfalls ändern.

  1. Hilfe holen

Sprich mit deinen Eltern, Erziehungsberechtigten oder einer anderen Vertrauensperson.

  1. Support kontaktieren

Viele Plattformen bieten Unterstützung bei gehackten Accounts an.

Je schneller du reagierst, desto geringer ist oft der Schaden.

Infografik mit dem Titel „Die fünf wichtigsten Regeln für mehr Sicherheit“. Sie nennt fünf Verhaltensregeln zum Schutz vor Betrug und Schadsoftware: Nachrichten kritisch hinterfragen, persönliche Daten nicht leichtfertig weitergeben, Links vor dem Anklicken prüfen, Geräte und Apps regelmäßig aktualisieren sowie bei Unsicherheiten Hilfe holen. Rechts zeigt eine Illustration eines Laptops mit Warnsymbol und Lupe sowie Symbole für Downloads, E-Mails, Internet und Schadsoftware. Am unteren Rand wird empfohlen, Apps und Programme nur aus vertrauenswürdigen Quellen herunterzuladen.
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Cyberkriminalität ist Teil des digitalen Alltags. Das bedeutet aber nicht, dass du ihr hilflos ausgeliefert bist.

Wer typische Betrugsmaschen kennt, aufmerksam bleibt und persönliche Daten schützt, kann viele Risiken deutlich reduzieren.

Du musst nicht jede technische Einzelheit verstehen. Oft reichen schon ein gesunder Zweifel, ein genauer Blick und die Bereitschaft, bei Unsicherheit nachzufragen.

Denn die beste Sicherheitsmaßnahme ist häufig nicht eine App oder ein Programm – sondern ein wachsamer Mensch vor dem Bildschirm.

 

Hinweis: Dieser Beitrag basiert auf Informationen und Materialien des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und wurde für dieses Format redaktionell aufbereitet. Die Originalmaterialien sowie die geltenden Nutzungsbedingungen findest du auf der Website des BSI: NUTZUNGSBEDINGUNGEN UND MEDIENPAKET DES BSI.