
BSI – Wie schützt man sich gegen Phishing?

„Herzlichen Glückwunsch! Du hast 1.000 Diamanten für dein Lieblingsspiel gewonnen.“ oder „Dein Account wird in 24 Stunden gesperrt. Klicke hier, um ihn zu sichern.“
Solche Nachrichten begegnen vielen Menschen im Internet. Sie kommen per E-Mail, SMS, Messenger oder über soziale Netzwerke. Manche sehen offensichtlich verdächtig aus. Andere wirken täuschend echt. Genau darauf setzen Cyberkriminelle: Sie versuchen, Menschen zu täuschen, damit diese persönliche Daten preisgeben, Geld überweisen oder auf schädliche Links klicken. Die gute Nachricht: Wer die häufigsten Methoden kennt, kann viele Betrugsversuche erkennen und sich wirksam schützen.
Von Cyberkriminalität spricht man, wenn digitale Geräte, Netzwerke oder Online-Dienste genutzt werden, um Menschen oder Organisationen zu schädigen.
Das kann unterschiedlich aussehen:
Cyberkriminalität betrifft nicht nur Unternehmen oder Behörden. Jede Person kann ins Visier von Betrügerinnen und Betrügern geraten – etwa über Gaming-Plattformen, soziale Netzwerke oder Messenger-Dienste.
Viele Menschen glauben, ihre Daten seien für Kriminelle uninteressant. Doch oft geht es gar nicht darum, eine bestimmte Person anzugreifen. Viele Betrugsversuche werden massenhaft verschickt. Die Täterinnen und Täter hoffen einfach, dass irgendjemand darauf hereinfällt.
Vielleicht denkst du:
Für Kriminelle können aber schon E-Mail-Adressen, Passwörter, Telefonnummern oder Zugangsdaten zu Spielen interessant sein. Manchmal werden solche Daten verkauft, manchmal für weitere Betrugsversuche genutzt.
Eine der häufigsten Methoden der Cyberkriminalität ist Phishing. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern „Password“ und „Fishing“ zusammen. Gemeint ist das „Angeln“ nach Passwörtern und anderen persönlichen Daten.
Dabei erhalten Betroffene beispielsweise
Die Nachricht enthält meist eine der folgenden Aufforderungen:
Wer den Anweisungen folgt, landet häufig auf einer gefälschten Webseite und gibt dort ungewollt persönliche Daten preis.
Cyberkriminelle nutzen heute längst nicht mehr nur E-Mails.
Smishing – Beim Smishing erfolgt der Betrugsversuch per SMS. Beispielsweise erhältst du eine Nachricht, dass ein Paket nicht zugestellt werden konnte oder eine Rechnung offen sei.
Vishing – Beim Vishing versuchen Betrügerinnen und Betrüger telefonisch an Informationen zu gelangen. Sie geben sich zum Beispiel als Mitarbeitende eines Unternehmens oder einer Behörde aus.
Quishing – Quishing nutzt QR-Codes. Statt auf einen normalen Link zu klicken, wirst du über einen QR-Code auf eine gefälschte Webseite weitergeleitet. Gerade QR-Codes wirken oft vertrauenswürdig. Deshalb lohnt es sich, genau hinzusehen, bevor du einen unbekannten Code scannst.
Nicht jede Bedrohung beginnt mit einer Nachricht. Manchmal versteckt sich die Gefahr direkt in einer Datei, einer App oder einem Download. Fachleute sprechen dann von Schadsoftware oder Malware. Das sind Programme, die auf einem Gerät Schaden anrichten oder Daten ausspionieren sollen.
Zu den häufigsten Arten gehören:
Spyware – Spyware sammelt Informationen über die Nutzerinnen und Nutzer eines Geräts. Je nach Art der Schadsoftware können sogar Kamera, Mikrofon oder Standortdaten betroffen sein.
Infostealer – Diese Programme haben ein klares Ziel: Sie sammeln Zugangsdaten, Passwörter und andere persönliche Informationen.
Ransomware – Ransomware sperrt Geräte oder verschlüsselt Dateien. Anschließend wird Geld verlangt, um den Zugriff wieder freizugeben.
Banking-Trojaner – Diese Schadsoftware versucht, an Daten für Online-Banking oder andere Bezahldienste zu gelangen.
Eine besonders unangenehme Form der Cyberkriminalität ist der Identitätsdiebstahl. Dabei verschaffen sich Kriminelle Zugang zu persönlichen Daten oder Accounts und geben sich anschließend als eine andere Person aus.
Die Folgen können unterschiedlich sein:
Oft beginnt Identitätsdiebstahl mit gestohlenen Zugangsdaten. Deshalb sind sichere Passwörter und ein guter Accountschutz so wichtig.
Niemand ist perfekt. Auch vorsichtige Menschen können auf eine gut gemachte Betrugsmasche hereinfallen. Wichtig ist, schnell zu handeln.
Panik hilft nicht weiter. Überlege zuerst, was genau passiert ist.
Wenn du Zugangsdaten eingegeben hast, ändere das Passwort sofort.
Nutzt du dasselbe Passwort noch an anderen Stellen, solltest du es dort ebenfalls ändern.
Sprich mit deinen Eltern, Erziehungsberechtigten oder einer anderen Vertrauensperson.
Viele Plattformen bieten Unterstützung bei gehackten Accounts an.
Je schneller du reagierst, desto geringer ist oft der Schaden.
Cyberkriminalität ist Teil des digitalen Alltags. Das bedeutet aber nicht, dass du ihr hilflos ausgeliefert bist.
Wer typische Betrugsmaschen kennt, aufmerksam bleibt und persönliche Daten schützt, kann viele Risiken deutlich reduzieren.
Du musst nicht jede technische Einzelheit verstehen. Oft reichen schon ein gesunder Zweifel, ein genauer Blick und die Bereitschaft, bei Unsicherheit nachzufragen.
Denn die beste Sicherheitsmaßnahme ist häufig nicht eine App oder ein Programm – sondern ein wachsamer Mensch vor dem Bildschirm.
Hinweis: Dieser Beitrag basiert auf Informationen und Materialien des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und wurde für dieses Format redaktionell aufbereitet. Die Originalmaterialien sowie die geltenden Nutzungsbedingungen findest du auf der Website des BSI: NUTZUNGSBEDINGUNGEN UND MEDIENPAKET DES BSI.





