Haftnotizen Ausgabe 7

Weitere neue Lesereisen

In unserer neuesten Ausgabe der Haftnotizen haben wir diesmal alles gegeben: Wir erklären euch, was es mit Guantanamo Bay wirklich auf sich hat. Wir erzählen euch etwas über die Sportart Pentathlon (auf Englisch UND auf Deutsch) und nehmen euch mit auf eine Reise durch Holland und Frankreich. Und natürlich haben wir auch diesmal wieder eine persönliche Betrachtung darüber, was eigentlich ein gutes Leben ist. 
 
Hinweis: Der Klarname des Verfassers ist durch ein Pseudonym ersetzt.

Meinungsfreiheit

Wie immer ist uns Meinungsfreiheit sehr wichtig – deshalb äußert der jeweilige Verfasser seine ganz persönliche Meinung, die nicht unbedingt vom gesamten Team der Haftnotizen geteilt werden muss.

Schreibtrainerin: Tania Kibermanis

Guantanamo Bay

Text von Double G (Schreibgruppe der JVA Hahnöfersand)

Wo liegt Guantanamo Bay überhaupt?

Die Bahía de Guantánamo (Bucht von Guantanamo) ist eine 20 Kilometer ins Land ragende und bis zu acht Kilometer breite Bucht des Karibischen Meeres im südlichen Teil von Kuba. Sie trägt den Namen der  zwölf Kilometer nördliche gelegenen Stadt Guantánamo.

Was ist da jetzt?

Seit 2002 ist dort ein Hochsicherheitsgefängnis der Amerikaner, sie nennen dies aber „Camp“. Gegründet wurde es unter dem Präsidenten George W. Bush. Dort werden seit kurz nach dem Anschlag des 11. Septembers 2001 mutmaßliche Terroristen gefangen genommen, verhört und auch gefoltert („Waterboarding“), um aus ihnen geheime Informationen über Terrornetzwerke wie Al Quaida herauszubekommen und sie zu bestrafen. Sie sperren die Gefangenen dort meist ohne jegliche Beweise ein, sondern nur anhand von Vermutungen und Indizien. Doch es gibt in Guantanamo Bay auch organisierte Terroristen, die aber ohne Anklage oder Gerichtsverfahren inhaftiert wurden. Das sorgt weltweit für Empörung, da deren Haftbedingungen und die verwendeten Verhör- und Foltermethoden Verstöße gegen die Menschenrechte sind – und das sorgt in vielen Ländern für Aufsehen und Kritik. Folter von Gefangenen ist in den USA verboten – das ist einer der Gründe, warum die terrorverdächtigen Gefangenen nach Guantanamo auf Kuba gebracht werden. Viele Regierungen, aber auch viele US-Amerikaner, fordern deshalb die Schließung des Gefängnisses. Nachdem seit 2002 insgesamt 779 Gefangene dort inhaftiert worden waren, betrug deren Zahl im Mai 2018 nur noch 40, aber geschlossen wurde Guantanamo Bay bis heute immer noch nicht.

Was war da früher?

Früher war es ein Marinestützpunkt der US Navy in der Guantánamo-Bucht auf Kuba. Die Fläche von rund 117 km² wird seit 1903 von den USA gepachtet, weil Kuba strategisch gut liegt. Viele Kubaner und Bewohner aus der gesamten Karibik fanden dort Arbeit als Techniker, Verkäufer, Schweißer, etc. Doch der rechtliche Status von Guantanamo Bay ist ein Streitpunkt zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten: Kuba verlangt die Rückgabe des Geländes. Kuba wurde seit 1898 unabhängiger Staat von Spanien, doch die Amerikaner haben sich das Recht genommen, auf Kuba mehrere US-Marinestützpunkte zu errichten und sich bis zur kubanischen Revolution 1959 in die kubanische Regierung einzumischen. Sie haben sich ihre eigenen Rechte in der früheren, kubanischen Verfassung festschreiben lassen, der Artikel heißt Platt Amendment. Während der Prohibition in den zwanziger Jahren sind US-Amerikaner nach Kuba gefahren, um dort Alkohol zu konsumieren und dort Casinos und Bordelle zu betreiben, weil dies alles damals in Amerika verboten war – im Grunde benutzten sie Kuba bis 1959 als Kolonie.

Was hat es mit dem Pachtvertrag auf sich?

Für den Marinestützpunkt Guantanamo Bay überweist die USA bis heute jährlich einen Scheck auf ein Treuhandkonto. Die kubanische Regierung behauptet, dass sie diesen Scheck nie eingelöst habt, die Amerikaner behaupten, dass Kuba damals, 1959, diesen Scheck sehr wohl eingelöst hat. Seitdem sieht die USA ihre Nutzung von Guantanamo Bay als akzeptiert an. Der Scheck beträgt übrigens nur 4.085 $ Dollar im Jahr.

Und wer war der bekannteste Häftling?

Der bekannteste Häftling in Guantanamo Bay war der deutsche Staatsbürger Murat Kurnaz, der ohne rechtsstaatlichen Prozess mehrere Jahre in Guantanamo Bay gesessen hat. Inzwischen weiß man, dass Gefangenentransporte nach Guantanamo Bay auch von der Ramstein Air Base in Rheinland-Pfalz geflogen wurden. Bis heute weiß man nicht, wie viele Gefangene von dort ausgeflogen wurden und ob das heute immer noch geschieht. 


Fünfkampf/Pentathlon (englisch/deutsch)

Text von Herrn Weinbauer (Schreibgruppe der JVA Hahnöfersand)

Pentathlon is a really old sport. The first documented pentathlon took place in ancient Greece 708 BC at the ancient Olympic Games. The naming is derived from Greek: Combining the words pente (five) and athlon (competition). Originally it consisted of these five disciplines: long jump, javelin throwing, discus throwing, short run and wrestling.

The 1912 summer Olympics saw the introduction of two new types of pentathlon: The first was the classic pentathlon, an athletic’s competition which was a variation of the ancient Olympic pentathlon, comprising the long jump, javelin throw, 200 meters running with obstacles, discus throw and a 1500 meters running race. This competition was featured at the 1920 and 1924 summer Olympics, but was discontinued thereafter.

The second type of pentathlon, introduced in the 1912 Olympics, was the modern pentathlon, a sport invented by Pierre de Coubertin, and modeled on the ancient Olympic ideal of testing the skills that were required of a soldier. Working from the template of a 19th century soldier fighting behind the enemy lines, the contest corprised fencing, air pistol shooting, swimming, horse riding with obstacles and running. For much of this history, the modern pentathlon remained largely unchanged from the original competitions featured at the 1912 Olympics. However, in the 2000 summer Olympics the 300 meters swimming race was reduced to 200 meters, and the 4000 meter run was reduced to 3000 meters. The fencing event was the only one in which competitors face off directly against each other, with each participant having to fence with each of the opponents once. The fencing duel lasts up to one minute. The winner is the first to land a hit, but the bout is drawn if the minute elapses with both opponents unscathed.

The riding discipline includes show jumping over a 350-450 meters course with 12-15 obstacles. Competitors are paired with horses in a draw only 20 minutes before the start of the event. The shooting discipline involves using a 4.5 mm air pistol in a standing position from 10 meters distance to a stationary target.

In 2009 the International Modern Pentathlon Union proposed that the running and the shooting events should be combined into a single discipline. Competitors must first hit the target 5 times, before they can start running. A prominent aspect of the modern pentathlon is the point system, whereby each competitor is awarded a certain number of points based on their performance in each specific event. The overall winner is the competitor with the highest point total at the end of the five pentathlon events.


Pentathlon ist eine sehr alte Sportart. Der erste dokumentierte Pentathlon fand 708 v. Chr. im alten Griechenland bei den antiken Olympischen Spielen statt. Die Bezeichnung Pentathlon stammt aus dem Griechischen: Pente bedeutet fünf und athlon Wettbewerb. Der ursprüngliche Pentathlon beinhaltete die folgenden Disziplinen: Weitsprung, Speerwurf, Diskuswerfen, Sprint und Ringen. Bei den olympischen Sommerspielen 1912 wurden zwei neue Arten von Pentathlon eingeführt: Der erste war der klassische Pentathlon, ein athletischer Wettbewerb, ähnlich wie der antike olympische Pentathlon mit Weitsprung, Speerwerfen, 200-Meter-Hindernislauf, Diskurswurf und einem 1500-Meter-Rennen. Dieser Wettbewerb wurde bei den Olympischen Sommerspielen 1920 und 1924 vorgestellt, danach jedoch eingestellt.

Die zweite Variante des Pentathlon, die bei den Olympischen Spielen 1912 eingeführt wurde, war der moderne Pentathlon, eine Sportart, die von Pierre de Coubertin (dem Begründer der modernen Olympischen Spiele) erfunden wurde und dem alten olympischen Ideal nachempfunden war, die sportlichen Fähigkeiten zu testen, über die auch ein Soldat verfügen sollte. Der Wettbewerb wurde nach dem Vorbild eines Soldaten aus dem 19. Jahrhundert gestaltet, der hinter den feindlichen Linien kämpft. Er bestand aus Fechten, Luftpistolenschießen, Schwimmen, Hindernisreiten und Laufen. Über eine lange Zeit blieb der moderne Pentathlon gegenüber der ursprünglichen Disziplin bei den Olympischen Spielen 1912 weitgehend unverändert. Bei den Olympischen Sommerspielen im Jahr 2000 wurde das 300-Meter-Schwimmrennen jedoch auf 200 Meter und der 4000-Meter-Lauf auf 3000 Meter reduziert. Das Fechten war die einzige Disziplin, bei der die Teilnehmer direkt gegeneinander antreten und jeder Teilnehmer einmal mit jedem Gegner fechten muss. Das Fechtduell dauert bis zu einer Minute. Der Gewinner ist der erste, der einen Treffer landet, aber der Kampf wird unentschieden gespielt, wenn die Minute verstrichen ist und beide Gegner unversehrt bleiben.

Die Reitdisziplin umfasst das Springreiten über einen 350 – 450 Meter langen Parcours mit 12 – 15 Hindernissen. Die Teilnehmer werden nur 20 Minuten vor Beginn der Veranstaltung per Los ihren Pferden zugeordnet. Bei der Schießdisziplin wird mit einer 4,5-mm-Luftpistole in stehender Position aus einer Entfernung von 10 Metern auf ein stationäres Ziel geschossen.

2009 schlug die International Modern Pentathlon Union vor, die Lauf- und Schießwettbewerbe zu einer einzigen Disziplin zusammenzufassen. Die Teilnehmer müssen beim Schießen zuerst fünf Mal das Ziel treffen, bevor sie mit dem Laufen beginnen können. Ein besonderer Aspekt des modernen Pentathlons ist das Punktesystem, bei dem jeder Teilnehmer eine bestimmte Anzahl von Punkten erhält, basierend auf seiner Leistung in jeder der Einzeldisziplinen. Der Gesamtsieger im Pentathlon ist der Teilnehmer, der am Ende die höchste Punktzahl erreicht hat.

(Deutsche Übersetzung: Tania Kibermanis)


Leben in den Niederlanden

Text von Abu Amarda NL/1811 (Schreibgruppe der JVA Hahnöfersand)

Auf meiner Reise nach Holland vor ca. drei Monaten habe ich vieles erlebt:  Die Reise ging von Hamburg nach Alkmaar – die Fahrt dauerte ca. vier Stunden, die Entfernung beträgt 456 Kilometer. Als ich in Alkmaar ankam, war es ca 16:00 Uhr, und ich machte mich auf den Weg zum Marktplaats – ein bekannter Ort unter Jugendlichen in Alkmaar. Ich traf mich mit verschiedenen Freunden aus der Kindheit, die ich seit ungefähr einem Jahr nicht gesehen hatte.  Eigentlich bin ich öfters, beziehungsweise fast jedes Wochenende in die Niederlande gefahren – aufgrund von Corona wurde das etwas schwieriger. Jedoch fand ich die Zeit und die Möglichkeit, mein altes Zuhause wieder zu besuchen.

Ich hab mich sehr gefreut, meine Freunde wieder zu sehen, da sie auch meine einzigen sind und wir alle viel Schönes miteinander erlebt hatten. Meine Freunde heißen: T., S., F., L. und K. (Namen aus Gründen des Persönlichkeitsrechts abgekürzt) T. und S. sind algerischer Abstammung, F. und L. sind gebürtige Holländer, und K. ist Belgier. T. und S. sind verwandt, ich hatte beide damals in einem Jugendcafé in Utrecht kennengelernt und durch diese Bekanntschaft dann auch K., F. und L. Ich mag die Jungs sehr und betrachte sie als meine älteren Brüder. Wir haben uns alle gegenseitig beschützt, unterstützt und uns Halt gegeben. Und als wir uns wiedergesehen haben, sprachen wir über diverse Themen, viel über Politik, Fußball, Frauen… doch meistens ging es um die Frage, wo es sich denn besser lebt: In den Niederlanden oder in Deutschland?

In den Niederlanden hatte ich weniger Schwierigkeiten als in Deutschland. Meiner Meinung nach hab ich in den Niederlanden bessere Erfahrungen gemacht – die Menschen sind viel freundlicher und kontaktfreudiger, auch der Umgang mit Migranten ist dort sehr vorbildlich. Alles wirkt irgendwie friedlich dort. Die Holländer lieben es, Fahrrad zu fahren. (Ich fahre auch öfters mit dem Fahrrad, aber nur in den Niederlanden) Also, mein Fazit: In den Niederlanden kann man ein sehr glückliches und schönes Leben haben, wenn man sich dort in alles eingerichtet hat, in das Gesundheits- oder in das Schulsystem. Das ähnelt dem deutschen System sehr stark, von daher gibt es von beiden Seiten nichts zu bemängeln – jedoch finde ich, dass es sich dort besser lebt.

Die Niederlande sind ein sehr schönes Land mit vielen Touristenattraktionen, zum Beispiel die Städte Rotterdam, Amsterdam und Maastricht – und vieles mehr. Ich fuhr am nächsten Tag nach Amsterdam und verbrachte die meiste Zeit in der Innenstadt bei den Einkaufspassagen in Amsterdam-Centraal. Und bei der Bijlmer-Arena in der Amsterdamer Altstadt. Am Ende des Tages fuhren wir in ein Restaurant in Wandaag Sloterdijk – das Restaurant gehörte meinem Cousin, der uns eingeladen hatte. Ich hab auch viele Verwandte in den Niederlanden.

Ich habe in einer Wohnung in der Borssenburgstraat gewohnt, die meinem älteren Bruder gehört. Wir machten zusammen einen Reiseplan für die zwei Wochen, die wir bereits geplant hatten: in Frankreich nach Paris, Lyon und Marseille. In Belgien nach Gent, Antwerpen und nach Brüssel. Und nach Luxemburg.

Wir gingen vorher nochmal Einkaufen in der Java Straat, die sogenannte „Arabische Straße“ – ein bekannter Ort in Amsterdam. Es gibt dort viele arabische Läden, größtenteils von marrokanisch-algerischen Einwanderern. Wir kauften Sachen ein, die wir für die Reise benötigten, zum Beispiel: Brot ,Käse, Shawirma, Kapsalon (so etwas wie Döner Teller) und diverse Getränke. Dann machten wir uns auf den Weg und fuhren bis nach Antwerpen – als erstes, um meine Cousins aufzugabeln. Mehrere Cousins schlossen sich der Reise an. In Antwerpen gab es nicht viel zu sehen, außer einer wunderschönen Altstadt, wo wir jedoch nur zwei Stunden verbrachten. Antwerpen ist ja für Diamanten, Gold und Juwelen bekannt. Ich kaufte einen Ring aus Gold für meine Verlobte, der für deutsche Verhältnisse sehr edel und recht günstig war. Von dort aus fuhren wir nach Brüssel. Als wir dort ankamen, machten wir uns auf den Weg zu meinem anderen Bruder, der dort lebt. Wir fuhren in die Innenstadt, um dort bei Pizza Hut zu essen, aber die Preise waren sehr hoch (doppelt so viel wie in Deutschland). Eine kleine Pizza kostete 12,50 Euro – wir waren sehr schockiert.

Nach dem Essen begaben wir uns zur Altstadt und schauten uns um. Es war aber kein Ort, der neu für mich war (da ich schon mehrere Male in Belgien gewesen bin). Als wir fertig mit Bummeln waren, war der Tag auch schon vorbei. Wir Verbrachten noch etwas Zeit im Park und machten uns schon mal auf den Weg nach Paris, wo wir für zwei Nächte gebucht hatten und ich noch nie zuvor wirklich in Paris (außer im Flughafen) gewesen bin.

Die Fahrt dauerte sehr lange, ungefähr vier Stunden. Als wir in Paris ankamen, war es morgens gegen 8 Uhr, wo die meisten Leute zur Arbeit fuhren. Als ich zum ersten Mal auf Pariser Straßen fuhr, war ich schockiert, weil der Verkehr so chaotisch war und wirklich katastrophal! Ich verlor den Überblick – es gab keine wirkliche Straßenverkehrsordnung, jeder fuhr nach seinen eigenen Gesetzen, die Straßen hatten selten einen Mittelstreifen, und es war sehr schwierig, dort zu fahren. Jedoch haben wir es nach gefühlt hundert knappen Unfällen ins Hotel geschafft. Wir trugen die Sachen rauf und frühstückten in einem schönen Café Croissants und Schokolade. Und Waffeln mit Sahne – es war ein Traum, die Atmosphäre war atemberaubend. Die Stadt faszinierte mich. Als wir mit dem Essen fertig waren, fuhren wir als erstes zum Eiffelturm. Als ich davorstand, verschlug es mir die Stimme – es war wirklich wunderschön. Wir kauften Tickets für die oberste Etage. Preis: 36,50 Euro. Wir fuhren mit dem Aufzug rauf und konnten von oben ganz Paris sehen.

Anschließend, als wir fertig waren mit dem Eiffelturm-Besuch, fuhren wir zur Nôtre Dame. Wir machten viele Bilder und verbrachten die Zeit in der Innenstadt. Paris war wirklich sehr teuer (ist ja bekannt). Am Abend fuhren wir ins Hotel und gingen nach dem schönen Tag alle sofort schlafen. Am nächsten Tag gingen wir zum bekannten Arabischen Markt in der Rue Moret. Wir kauften Anzüge, Dschalabiyas (arabische Männergewänder) und viel Fisch, auch Hummer und Krebse. Wir kochten sie am Abend zuhause und machten uns am folgenden Tag auf den Weg nach Lyon – was nur ein Zwischenhalt war, denn mein Cousin musste dort zum Konsulat, erledigte seine Angelegenheiten, und wir kauften noch Paar Sachen ein und fuhren nach Marseille.

 Die Fahrt dauerte wirklich sehr lange. Ich schlief ein paar Stunden und wachte auf, als wir schon in der Hafenstadt Marseille waren. Es war traumhaft – der Strand, der Hafen, einfach alles! Es war schon immer ein Reisewunsch-Ort für mich. Wir spielten dort mit Leuten Fußball, und anschließend freundeten wir uns mit ihnen sehr gut an (sie kamen uns sogar mal in Alkmaar besuchen). Wir verbrachten zuerst Zeit in der Stadt und den Rest der Tage dann nur am Strand. Es war 34 Grad heiß, man konnte schwimmen, und trotz Corona wirkte der Strand, allgemein die ganze Stadt, sehr lebendig. In Marseille hatten wir den meisten Spaß. Jedoch mussten wir unsere Reise fortsetzten – nach Luxemburg.

Wir fuhren wieder sehr lange, stundenlang. Als wir ankamen, haben wir uns in dem Hotel, wo wir eine Nacht gebucht haben, aufs Ohr gehauen. Am nächsten Tag merkten wir, das Luxemburg wirklich sehr sauber (SEHR sauber!) und ruhig ist. Es überraschte mich – die Straßen und Bauten war sehr antik und altmodisch und gleichzeitig sehr sauber und gut erhalten. Wir kauften noch ein bisschen zu Essen und unterhielten uns oft mit Leuten, die wir fragten, wo man denn noch so hinkönnte. Man sagte uns, es gäbe einen Park, der wunderschön sei. Als wir dort ankamen, waren wir alle verblüfft: überall bunte Rosen und Blumen, schönes, grünes Gras, Springbrunnen, spielende Kinder, Fußballplätze – und alles sehr sauber. Nur Rauchen war im Park nicht gestattet. Es gab Sicherheitsleute dort, die für Ordnung und Sauberkeit sorgten.

Damit war unsere Reise beendet und wir fuhren wieder zurück nach Alkmaar. Ich schlief dort noch eine Nacht und verabschiedete mich von allen. Ich war sehr traurig… aber wer weiß, wann ich meine nächste Reise starten werde. Es ist aber in Planung, dass wir Spanien und Marokko besuchen – ich freue mich schon drauf.


Was ist für mich ein gutes Leben?

Text von St. Pauli (Schreibgruppe der JVA Hahnöfersand)

Für mich ist ein gutes Leben, einen Job zu haben, gut zu verdienen, eine Familie zu gründen und Kinder zu haben. Ich wünsche mir in Zukunft vier oder fünf Kinder – Hauptsache, sie sind gesund. Ich würde mir wünschen, ein schönes Haus in Hamburg für mich und meine Familie zu haben, leicht an der Stadtgrenze, wo es ruhiger ist. Und gerne auch, wenn man aus dem Fenster guckt, noch ein schönes Auto davor. Die Hauptsache ist, dass meine

Familie gesund ist und glücklich – dann wäre ich es auch. Und dass es meinen Eltern auch gut geht, sowohl gesundheitlich als auch materiell.

Ich würde gerne wenige, aber dafür ehrliche Freunde haben, die zu mir halten – in schlechten Tagen wie auch in guten Tagen.

Mein Bruder ist wie mein bester Freund. Das Verhältnis zu ihm ist mir sehr wichtig, und ich würde mir wünschen, dass es auch für immer so bleibt. Inshallah.


Feedback

Die Verfasser der Artikel freuen sich sehr über Feedback zu ihren Texten. Schreibt uns gerne Lob und Kritik an jugendinfo@bsfb.hamburg.de und wir leiten eure Rückmeldungen (anonymisiert) weiter.


DIE HAFTNOTIZEN

Kolumne mit kreativen Texten aus der JVA Hahnöfersand

Die Autoren sind allesamt Jugendliche und junge Erwachsene aus der Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand. Sie nehmen an der dortigen Gruppe für kreatives Schreiben teil, mit der fachlichen Begleitung der Autorin und Schreibtrainerin Tania Kibermanis.

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