Haftnotizen Ausgabe 29

In der Ausgabe 29 der HAFTNOTIZEN wird es düster mit einer Prise Happy End. Es gibt landesspezifische Infos für Außerirdische. Ein übler Mordfall muss gelöst werden. Eine schräge Zukunftsvision wird entworfen. Und letztlich geht der Blick zurück in die Kindheit.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Hinweis: Der Klarname des Verfassers ist durch ein Pseudonym ersetzt.

Meinungsfreiheit

Wie immer ist uns Meinungsfreiheit sehr wichtig – deshalb äußert der jeweilige Verfasser seine ganz persönliche Meinung, die nicht unbedingt vom gesamten Team der Haftnotizen geteilt werden muss.

Schreibtrainerin: Tania Kibermanis

WIE ERKLÄRE ICH EINEM AUSSERIRDISCHEN DEUTSCHLAND?

Text von Captain Serbia (Schreibgruppe der JVA Hahnöfersand)

Deutschland ist ein Land auf dem Planeten Erde. Genauer gesagt, liegt Deutschland in Europa, einem der verschiedenen Kontinente. Deutschland ist ein relativ kleines Land und hat viele Nachbarländer. Die Menschen in Deutschland reden Deutsch – eine Sprache, die nur in wenigen Teilen der Erde gesprochen und verstanden wird. In Deutschland gibt es verschiedene Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Deshalb ist das Wetter immer unterschiedlich. Warm und sonnig ist es nur im Sommer. Das restliche Jahr über ist es eher kalt. In Deutschland leben 80 Millionen Menschen aus vielen verschiedenen Ländern. Menschen sind übrigens die am weitesten entwickelten Lebewesen auf der Erde. Deutschland hat eine besondere Geschichte und ist an zwei Weltkriegen schuld. Ganz besonders war Deutschland für Adolf Hitler im Zweiten Weltkrieg bekannt.

Die Hauptstadt von Deutschland ist Berlin, dort sitzt die Regierung – also der deutsche Bundestag. Weltweit ist Deutschland für hochwertige Produkte bekannt, besonders für Autos wie BMW, Audi oder Mercedes. Aber auch im Sport, zum Beispiel im Fußball, ist Deutschland weltweit gut angesehen. Insgesamt kann man sagen, dass es in Deutschland viele gute Sachen gibt, beispielsweise staatliche Unterstützung. Aber auch schlechte wie viel zu viele Gesetze.

Eine weitere gute Sache ist, dass in Deutschland Frieden ist und kein Krieg. Außerdem kann man in Deutschland ein recht offenes und freies Leben führen, und jeder Mensch hat hier ein Recht auf Bildung. Weitere schlechte Dinge in Deutschland: Die Menschen sind wenig familiär, es herrscht eine große Anonymität, und meiner Meinung nach gibt es auch zu wenig Traditionen.

 


DER BARON DER NACHT

Ein Kurzkrimi von Temsa7 (Schreibgruppe der JVA Hahnöfersand)

Der Manager eines Fünf-Sterne-Hotels auf Hawaii, Jeffrey Frikes, hat einen Wettbewerb veranstaltet, bei dem sich sechs Leute qualifizieren konnten, um den Baron der Nacht zu enttarnen. Einer der sechs Auserwählten ist selbst der Baron der Nacht. Der Sieger, der herausfindet, welcher der Teilnehmer der Baron der Nacht ist, bekommt eine wertvolle Computerdatei. Die sechs Qualifizierten sind alle internationale IT-Spezialisten, drei davon kommen aus Japan: Die 32-jährige Okiku Nakafushi, Hiyami Fushiama und ihr Mann Matsuhi, die zusammen an dem Rätsel teilnehmen. Dazu ein Deutscher aus Berlin namens Frederik Bauer und zwei Amerikaner aus Ohio, Benjamin Hook und Victor Dirtman.

Alle kamen am späten Nachmittag an der Hotelrezeption an und lernten sich gegenseitig kennen. Als auch der Hotelmanager Jeffrey Frikes dazustieß, lud er sie für den Abend ins Hotelrestaurant ein, um die Einzelheiten des Ablaufs zu besprechen. Als alle ihre Zimmer bekommen hatten, ruhten sie sich ein bisschen aus, um für den Abend fit zu sein. Okiku und Frederik hatten sich beim Kennenlernen schon gut verstanden und sich auf einen Drink an der Hotelbar verabredet. Als sie mit dem Fahrstuhl nach unten fuhren und sich die Tür öffnete, trauten sie ihren Augen nicht – denn der Baron der Nacht stand direkt vor ihnen. Er trug einen schwarzen Umhang mit Kapuze, weiße Handschuhe, und sein Gesicht war von einer Maske verdeckt. Okiku, die sehr begabt in Karate ist und den braunen Gürtel besitzt, versuchte, den Baron der Nacht außer Gefecht zu setzen, aber er wich jedem ihrer Schläge aus und rannte plötzlich davon. Als Okiku ihn verfolgen wollte, hielt Frederik sie zurück: „Wir müssen sofort die anderen informieren, denn nur einer von ihnen kann der Baron der Nacht sein!“

Zuerst klopften sie an der Zimmertür von Hiyami und Matsuhi Fushiama, dem Ehepaar. Wenige Sekunden später öffnete Hiyami im Bademantel die Tür und begrüßte die beiden. Okiku berichtet sofort, dass sie und Frederik dem Baron der Nacht vor dem Fahrstuhl begegnet sind, und dass er plötzlich wegrannte, nachdem er den Schlägen von Okiku ausgewichen war. Hiyami blickte ganz verwundert, und Frederik fragte sie, wo denn ihr Mann Matsuhi sei. Sie sagte, dass er schon auf dem Weg ins Restaurant sei, um sich dort mit den anderen zu treffen. Okiku wollte ebenfalls sofort los, Hiyami brauchte noch ein bisschen Zeit, um sich anzuziehen und fertigzumachen. Frederik und Okiku gingen also zum Restaurant. Als sie ankamen, saßen bereits alle, bis auf Hiyami, mit dem Hotelmanager Frikes am Tisch. Victor Dirtman war schon völlig besoffen. Er hatte bereits zwei Flaschen Wein getrunken – angeblich war er schon seit drei Stunden im Restaurant. Alle anderen seien aber gerade erst von zehn Minuten dort aufgetaucht. Als Okiku von der Begegnung mit dem Baron der Nacht berichtete, waren alle geschockt und konnten es erstmal nicht glauben. Victor machte sich darüber lustig – was Okiku nicht so witzig fand. Als Hiyami auch dazukam, bat Jeffrey Frikes, dass alle einmal aufmerksam zuhören sollten: Der oder die, der den Baron der Nacht enttarnt, bekommt von ihm eine sehr wertvolle Computer-Software. Beziehungsweise vom Baron der Nacht persönlich, denn der hatte diesen Wettbewerb selbst initiiert. Daraufhin fragte Benjamin Hook: „Aus welchem Grund tut er das? Wenn er selbst die Software hat und auch hier teilnimmt – dann kann es doch, außer dem Hotelmanager, nur einer von uns sein!“ Victor rief, dass nur Benjamin der Baron sein könne, weil er die Software gar nicht mehr nötig hätte und er schließlich derjenige sei, der sämtliche Software auf den Markt brächte und damit eine Menge Geld verdiente. Benjamin dagegen war inzwischen schon wieder pleite, weil er an einer neuen Software gearbeitet und sich dabei hoch verschuldet hatte. Früher hatte er eine eigene Firma in Philadelphia, die aber schon seit Jahren insolvent ist, und inzwischen lebt er wieder in Ohio. Victor dagegen ist der Erfolgreichste in der Runde, was Benjamin auch weiß – schließlich kennt man sich in der Computerszene. Victor ist der Älteste der Teilnehmenden und schon 56 Jahre alt. Er hat drei Firmen in Ohio und eine in San Francisco. Benjamin ist mit 49 der Zweitälteste und fragt Victor: „Du hast das doch alles hier gar nicht nötig – warum nimmst du denn überhaupt teil, wenn du doch sowieso schon so erfolgreich bist?“

Im Grunde wusste Benjamin, wie gierig Victor ist, und dass er ihm – Benjamin – nichts gönnen würde. Victor Dirtman ist auch bei den anderen Teilnehmern bekannt – er hat eben einen großen Namen in der IT-Branche. Frederik Bauer ist nur die rechte Hand einer deutschen Firma, die weltweit bekannt ist, und für die er seit 14 Jahren arbeitet. Frederik ist 41 Jahre alt und lebt alleine in Berlin. Er ist schon sein ganzes Leben lang Single und hat wahrscheinlich auch noch nie eine Frau kennengelernt. Aber mit der 32-jährigen Okiku versteht er sich sehr gut. Sie lebt in Japan, ihre Eltern sind früh an Krebs verstorben, sie ist ein Einzelkind. Ihr Vater war auch ein mächtiger IT-Profi, er war der Beste in ganz Japan. Seine Pläne, sich mit seinem Wissen selbstständig zu machen, scheiterten schließlich an seiner Gesundheit. Er hatte für sämtliche großen Firmen auf der ganzen Welt gearbeitet, und über den bekannten Namen ihres Vaters hatte Okiku die Möglichkeit bekommen, an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Hiyami und Matsuhi Fushiama sind die Jüngsten in der Gruppe. Hiyami ist 28, ihr Mann 31 Jahre alt. Beide sind gerade erst vor einem Jahr mit ihrem Studium fertig geworden, und der Vater von Matsushi hat ihnen die Teilnahme hier ermöglicht. Er ist der Bürgermeister von Tokio. Eigentlich wollte Matsuhi zuerst gar nicht teilnehmen,  aber Hiyami hatte ihn schließlich dazu überredet.

Die Atmosphäre im Hotelrestaurant wird langsam immer angespannter. Victor zieht sich auf sein Zimmer zurück. Auch die anderen wollen sich für den nächsten Morgen ausruhen, denn es steht ein Ausflug nach Pearl Harbour auf dem Programm. Als Okiku zurück in ihrem Zimmer ist, recherchiert sie im Internet über die anderen Teilnehmer. Plötzlich klingelt ihr Telefon. Es ist Frederik, er ist unten am Hotelpool. Er schreit: „Der Baron ist tot!“

Als Okiku unten am Pool ankommt, sieht sie es schon von weitem – es ist Victor, in der Verkleidung des Barons der Nacht und auf dem Speer einer Ritterstatue aufgespießt. Alle anderen kommen kurz danach ebenfalls am Pool an und sind geschockt. Zehn Minuten später ist die Polizei am Tatort und sperrt alles ab. Der berühmt-berüchtigte Ermittler Zakri Zak kommt auch gerade an und nimmt zusammen mit dem Polizeiinspektor die Aussagen der Zeugen auf. Alle IT-Spezialisten geben an, dass sie zum Zeitpunkt der Tat in ihren Zimmern gewesen seien – nur Frederik stand unten am Pool und hat Victor auf die Statue fallen sehen. Als der Gerichtsmediziner kommt, wird Victors Leiche in einen der unteren Hotelräume gebracht und von einem Polizisten bewacht. Die IT-Spezialisten erzählen Zakri Zak und dem Inspektor von dem Treffen im Restaurant und dem Rätsel um den Baron der Nacht. Auch Jeffrey Frikes ist dabei. Danach schaut sich Zakri Zak die Zimmer der IT-Spezialisten an – für ihn sind sie alle verdächtig, weil nur einer von ihnen Victors Mörder sein kann. Dass es ein Mord und kein Unfall war, wusste er sofort, denn er hatte an der Leiche etwas entdeckt: Sie roch nach Chloroform. Was bedeutet, dass der Täter sein Opfer betäubt haben und von oben aus dem Fenster geworfen haben muss. Die einzigen, die Zakri Zak vorerst ausschließen kann, sind Frederik und der Hotelmanager, weil beide zu dem Zeitpunkt der Tat schon unten am Pool waren.

Als erstes schaut sich Zakri Zak das Zimmer des Opfers an. Es ist chaotisch, als hätte dort ein Kampf stattgefunden. Aber das könnte genauso gut vom Täter inszeniert sein. Plötzlich entdeckt er am Balkongeländer einen weißen Handschuh. Genau so einen, wie ihn Frederik gesehen hatte, als er den Baron der Nacht und sein Kostüm beschrieb. Zakri Zak schaut nach unten. Es ist wirklich sehr hoch, das Zimmer befindet sich im 26. Stock. In den anderen Zimmern kann er allerdings nichts Verdächtiges entdecken. Als Zakri Zak in die Hotel-Lobby kommt, sitzt dort der Inspektor mit den IT-Spezialisten. Er nimmt ihn beiseite und erzählt ihm von dem Handschuh am Balkongeländer. Jetzt will er sich die Leiche noch einmal genauer ansehen. Mit der Kleidung stimmt etwas nicht. Es sieht so aus, als hätte man Victor gezwungen, das Kostüm des Barons der Nacht anzuziehen – es passt ihm nicht richtig. Zakri Zak geht zurück in die Hotel-Lobby und sagt, dass er sich sicher wäre, dass der Baron einer von ihnen sei und dem Opfer das Kostüm angezogen wurde, als es betäubt war. Plötzlich kommen zwei junge Männer, ebenfalls Gäste des Hotels, in die Lobby und rufen Matsuhis Namen. Sie scheinen ihn zu kennen, fragen, wie es ihm so geht und ob er auch gerade hier Urlaub macht. Matsuhi antwortet, dass er geschäftlich hier sei. Darauf sagt einer der jungen Männer: „Wir sehen uns wieder! In Tokio – und komm mal wieder im Dojo vorbei!“ Zakri Zak findet das alles sehr verdächtig. Matsuhi beteuert, dass er Victor nicht getötet habe, weil er ja die ganze Zeit zusammen mit seiner Frau im Hotelzimmer war. Er hätte nämlich gebadet. Und so kommt Zakri Zak jetzt auf den Täter – er muss es nur noch beweisen. Er weiß auch bereits, wie es der Täter – oder die Täterin – gemacht haben muss, weil es nämlich unmöglich war, dass Victor aus seinem eigenen Zimmer vom Balkon gestürzt war. Von dort aus hätte er niemals auf der Statue landen können und wäre vielmehr an einer ganz anderen Stelle auf dem Boden aufgeschlagen. Vor dem Eingang zum Hotelpool stehen zwei dieser Ritterstatuen, und Zakri Zak weiß inzwischen, aus welchem Fenster das Opfer gestürzt war. Er besorgt sich einige Erste-Hilfe-Puppen, um den Sturz später zu inszenieren – wenn er den entscheidenden Beweis gefunden hat. Er bittet einen der Polizisten, sämtliche Zimmer der IT-Spezialisten auf Fingerabdrücke zu überprüfen, und er weist ihn auf eine ganz bestimmte Stelle hin. Zakri Zak weiß auch, dass so eine geringe Menge Chloroform nur kurz wirkt – das Opfer müsste also beim Sturz bereits wieder bei Bewusstsein gewesen sein.

Er bittet alle, zum Fundort an der Ritterstatue zu kommen. Einem Polizisten ruft er noch zu, dass er jetzt loslegen könne. Die IT-Spezialisten sind verwundert, der Inspektor ebenfalls. Zakri Zak bittet alle, ein paar Schritte von der Statue wegzutreten. Plötzlich fliegen mehrere Dummy-Puppen von oben herunter. Die ersten landen auf dem Boden, weit von der Statue entfernt. Der Inspektor fragt, was das Ganze soll, doch Zakri Zak bittet ihn um Geduld. Genau in diesem Moment fällt die nächste Puppe herunter und landet exakt auf dem Speer der Statue – also da, wo Victor gefunden wurde. Zakri Zak sagt, dass er jetzt weiß, wer der Täter und damit auch der Baron ist. Es ist ein und dieselbe Person, die Victor in den Tod stürzte – nicht aus dessen Zimmer, sondern aus ihrem. Der Polizist, der die Fingerabdrücke überprüfen sollte, kommt zurück und bestätigt, dass sich Fingerabdrücke des Opfers an einem ganz bestimmten Balkon befinden. Der Täter hat alle auf eine falsche Fährte geführt – und der Handschuh wurde ihm, oder besser gesagt: ihr, zum Verhängnis. Victor hatte ihn in einem unbeobachteten Moment während des Kampfes an seinem Balkongeländer deponiert, weil er wohl schon ahnte, dass es für ihn nicht gut ausgehen würde.

Matsuhi und Hiyami hatten in Tokio als IT-Spezialisten für die japanische Mafia gearbeitet. Victor hatte wiederum den Auftrag gehabt, die Mafia zu hacken, und war ihnen dabei auf die Spur gekommen. Und hatte sie damit erpresst. Das durfte auf keinen Fall öffentlich werden, denn die Familie Fushiama hatte einen Ruf zu verlieren. Deshalb haben sich Matsuhi und Hiyami die Geschichte mit dem Baron der Nacht ausgedacht, um Victor nach Hawaii zu locken, um ihn dort zu beseitigen. Aber Zakri Zak hat den Fall mal wieder gelöst.

 


WIE SIEHT DIE WELT IN 100 JAHREN AUS?

Ein Text von DaVinci (Schreibgruppe der JVA Hahnöfersand)

August 2122, Hamburg, 16:30 Uhr. Die Welt hat sich verändert. Der Klimawandel hat sich drastisch verstärkt. Das Eis schmilzt. Äcker und Felder sind nicht mehr nutzbar. Überall Dürre. Die Menschen haben den Planeten so geschädigt wie kein anderes Lebewesen. Durch das ganze Mikroplastik, das im Meer schwimmt, sterben die Fische. Die Menschen haben sich so zurückentwickelt, wie es keiner vermutet hätte. Hungersnöte, giftiges Wasser – die Menschen haben viel zu spät gehandelt und kämpfen ums Überleben. Trotzdem entwickelt sich die Technologie weiter.

2125 gibt es dann die ersten fliegenden Autos und die ersten fahrenden Boote mit Monstertruckrädern. Auch die Rucksäcke können fliegen und heißen jetzt Jetpacks.

Am 19. Januar 2126 erfinden Forscher die erste Bulldogge, die mit einem Mountainbike Stunts über mehrere Rampen machen kann. Und die Menschen haben endlich eine Fähigkeit entwickelt, unter Wasser zu leben.

2150 wird das erste Gefängnis unter Wasser gebaut, da früher zu viele Leute aus dem Knast ausgebrochen sind. Da hat sich der Staat gedacht: Okay, machen wir es den Häftlingen unmöglich auszubrechen und bauen wir einen Unterwasserknast.

2152 überlegt sich Ahmed: Heute breche ich hier aus. Ich kann hier keine 20 Jahre sitzen. Er macht einen Plan und vollendet ihn – er bricht aus. Er bricht also an einem Dienstagabend aus dem Gefängnis aus, checkt aber dann erst, dass das Gefängnis ja in 500 Metern Tiefe liegt – und da ist es leider schon zu spät für Ahmed. Da haben ihn die Haie schon entdeckt, und als er keine Luft mehr bekommt, fressen ihn die Haie bei lebendigem Leib. Die Beamten müssen zuschauen und können nichts tun. Jetzt muss Ahmed keine 20 Jahre mehr sitzen, dafür kostete ihn die Flucht das Leben.

Die Welt verändert sich zum Negativen, wegen des Klimawandels. Und ich bin froh, dass ich das nicht erleben muss. Ich möchte nämlich nicht im Unterwasserknast sitzen.


MEIN GRÖSSTER WUNSCH ALS KIND

Ein Text von Captain Serbia (Schreibgruppe der JVA Hahnöfersand)

Als ich klein war, hatte ich nicht den Wunsch, jemand anderes zu sein, wie zum Beispiel ein berühmter Fußballer oder ein Schauspieler. Zwar wollte ich genügend Geld haben, damit ich mir alles leisten kann, und mir teure, schöne Klamotten kaufen. Jedoch wollte ich kein Star werden. Ich wollte viel lieber, dass mich die Menschen so schätzen und anerkennen, wie ich bin. Viel wichtiger war es mir, eine richtige, große Familie zu haben, da ich damals nur mit meinem Opa und meiner Oma aufgewachsen bin.

Heute wünsche ich mir für mein zukünftiges Leben, einfach nur glücklich zu sein. Ich möchte versuchen, das Beste aus meinem Leben zu machen und nicht dieselben Fehler zu wiederholen, damit ich nicht wieder ins Gefängnis muss. Ich möchte schöne Dinge erleben, an die ich mich später zurückerinnern kann – und von denen ich später mal meiner eigenen Familie und meinen Kindern erzählen kann.


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DIE HAFTNOTIZEN

Kolumne mit kreativen Texten aus der JVA Hahnöfersand

Die Autoren sind allesamt Jugendliche und junge Erwachsene aus der Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand. Sie nehmen an der dortigen Gruppe für kreatives Schreiben teil, mit der fachlichen Begleitung der Autorin und Schreibtrainerin Tania Kibermanis.

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